Griechenland, Mallorca, Türkei, Berlin: Über Luxushotels und Himmelbetten (4)

Ritz Carlton Berlin - Foto: De-okin (talk)/Wikipedia

Ritz Carlton Berlin – Foto: De-okin / Wikipedia – Lizenz: GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation

In unserem Blog-Artikel zum Thema „Luxushotels in der Türkei“ waren wir an den „fernen“ türkischen Gestaden ganz unvermeidlich auf die wundervollen Kempinski-Hotels gestoßen; auch wenn dieser urdeutsche Hotelketten-Name schon längst in den goldenen Händen des thailändischen Königshauses liegt. Macht ja nichts: Adel verpflichtet, sei es Hotel oder Königshaus. Aber der Name Kempinski verweist unvermeidlich auf Deutschland: Auf Breslau (als Geburtsort Herrn Kempinskis) und auf Berlin, seinen maßgeblichen „Hotel-Tatort“. Apropos Adel und thailändische Krone: Ein Hotel wie das Berliner Adlon, zu Kempinski gehörend, trägt ja den Adel schon in seinem Namen. Und keinem wirklich exzellenten Hotel bricht ein Zacken aus seiner adligen Krone, wenn edle Fußleisten mit einer Zahnbürste gereinigt werden. (Oder kennen Sie eine bessere Methode??)

Da wir der Kempinski-Gruppe ja schon einige Aufmerksamkeit gewidmet haben (siehe obigen link), brauchen wir in Berlin darauf nun nicht zurückzukommen. Berlin als Sternenstadt der deutschen Hotellandschaft hat ja genug anderes „Sternenzeugs“ zu bieten, das interessante Geschichten hergibt. Man könnte zum Beispiel über das Regent Hotel schreiben, eine ursprünglich us-amerikanische Kette, die seit 2010 in taiwanesischen Händen ist. Und man könnte über Hyatt schreiben, die in Chicago ansässige Kette. Bei beiden macht es Spaß in den Historien zu blättern. Denn wer weiß schon, warum Hyatt eigentlich Hyatt heißt? Es mag zwar nicht besonders wichtig sein (saubere Fußleisten in einem Hotel sind zweifellos wichtiger); aber die Geschichte dieses Hotelkonzern begann mit dem Kauf eines einzigen kleinen Motels, dessen Vorbesitzer mit Vornamen Hyatt geheißen hatte und als neuer Namensgeber diente. Tja, so leicht kann man unsterblich werden, wenn man sein Motel an die richtigen Leute verkauft (im Fall Hyatt an die Familie Pritzker).

Eine der schönsten Berliner Luxushotel-Geschichten (nachdem man Kempinski abgehakt hat) gibt es allerdings wohl über die Marriott-Gruppe zu erzählen, eine ebenfalls us-amerikanische, börsennotierte Firma, die mit rund 3.400 Hotels ein Mehrfaches größer ist als Hyatt mit seinen 750 Hotels. Denn die Marriott-Geschichte begann mit einem Hot-Dog-Stand in Washington, den die junge Alice Marriott zusammen mit ihrem frisch angetrauten Ehemann betrieb. Wer hätte damals geahnt, dass aus diesen kleinen Anfängen eine riesige Hotelkette entstehen würde? Zu ihr gehört heute übrigens nicht nur die Hotelmarke Bulgari, sondern auch die Renaissance-Hotels & Resorts (und andere) gehören dazu.

Die edelste Marke von Hyatt greifen wir uns heraus: Sie ist eine der schönsten und wahrlich edelsten Hotelmarken dieser Erde: Ritz-Carlton. Sie also schmückt ebenfalls das Markenportfolio – und die Bilanzen – von Marriott. Der Schweizer Cäsar Ritz, der ursprünglich wegen schlechter Leistungen seine Schule verlassen musste und bald Schuhputzer, später Zimmerkellner in Paris wurde, lernte daanch
im Pariser Hôtel de la Fidélité das Branchenhandwerk. Über weitere Stationen – in Wien und andernorts – arbeitete er sich rasch hoch und eröffnete 1898 an der Place Vendôme das erste Hotel unter seinem Namen: Das Ritz. Sein Küchenchef war der Meisterkoch Auguste Escoffier, den Ritz während seiner Ausbildung in einem Nobelhotel kennengelernt hatte.

Ritz steht heute bekanntlich weltweit für absolute Spitzenhotellerie. Das Berliner Ritz-Carlton ist architektonisch eine bewusste Interpretation us-amerikanischer Hochhaus-Einflüsse des frühen 20. Jahrhunderts. Der, dem diese Hommage gewidmet ist – der Schweizer Schuljunge Cäsar Ritz, der in Paris sein Glück machte – verstarb nach langer Krankheit im Jahre 1918 und liegt auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise begraben, im erhabenen Kreise anderer großer Männer wie zum Beispiel Fréderic Chopin.

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