Urlaub in Deutschlands Mittelgebirgen

Zittauer Gebirge bei Waltersdorf - Foto: Ralf Gruner/Wikipedia

Zittauer Gebirge bei Waltersdorf – Foto: Ralf Gruner/Wikipedia

Deutschland ist nicht zuletzt deswegen das beliebteste Reiseland der Deutschen, weil es über zahlreiche anmutige und erholsame Mittelgebirgslandschaften verfügt. Auch aus dem Ausland suchen viele Gäste hier Erholung – das Sauerland zum Beispiel wird sommers wie winters von vielen gelben (holländischen) Nummernschildern geschmückt. Wikipedia nennt nicht weniger als 44 Mittelgebirge, die in Deutschland liegen oder an die Deutschland angrenzt, von A wie Alfelder Bergland bis Z wie Zittauer Gebirge. Zwischendrin im Alphabet tummeln sich so bekannte Namen wie etwa Bayerischer Wald, Eifel, Elbsandsteingebirge, Erzgebirge, Harz, Hunsrück und Kaiserstuhl (die Mini-Ausführung eines Mittelgebirges – klein aber oho!), der Odenwald, das Rothaargebirge, die Schwäbische Alb, Schwarzwald, Spessart, Taunus und Thüringer Wald – um nur einige zu nennen. Zugegeben – die Zählung von 44 Mittelgebirgen fällt deswegen so hoch aus, weil man einige kleinere Mittelgebirge sonst lieber zusammenfasst – etwa zum „Sauerland“ oder zum „Rheinischen Schiefergebirge“. Das braucht uns hier aber nicht zu kümmern, denn in Sachen Urlaub will man doch nur eines: In möglichst angenehmer Umgebung sich so richtig erholen. Oder? Jedenfalls ist man mit diesen Wünschen in den deutschen Mittelgebirgen genau an der richtigen Adresse.

O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald …

So charakterisierte Joseph von Eichendorff die Mittelgebirgslandschaften, zu einer Zeit als man noch nicht in Urlaub fuhr. Das war 1810 und der berühmte Dichter war gerade mal 22 Jahre alt. Seine Verse beschreiben das erholsame Ambiente deutscher Mittelgebirge sehr gut, die Naturnähe und ihren milden, erholsamen Landschaftscharakter.

Die Zeiten, in denen auch die deutschen MIttelgebirge rau und unwirtlich waren sind längst vorbei – jedenfalls hat kein Mensch die deutschen MIttelgebirge gekannt, als sie noch alpine Höhen aufwiesen, bevor sie über Jahrmillionen vom Zahn der Zeit abgeschliffen und verwittert wurden. Allerdings gibt es immer noch einige deutsche Mittelgebirge, die an die Höhengrenze zum Hochgebirge – die wird allgemein bei 1000 Meter angesetzt – nahe heranreichen oder sie gar überschreiten. So etwa die Gegend um Winterberg im Hochsauerland (Kahler Asten), der Schwarzwald (Feldberg) oder der Bayerische Wald (Großer Arber). An solchen Mittelgebirgsorten umweht einen durchaus mal alpine Luft, erlebt man stolz-karge Landschaften, werden die Formen schroffer, blüht im Winter auch der Skilauf. Den alpinen Gebirgsenzian allerdings werden Sie in einem Mittelgebirgsurlaub vergeblich suchen, dazu müßten Sie wirklich in die Alpen reisen (nur zum Anschauen allerdings, nicht zum Pflücken: Der Enzian steht unter Naturschutz).

Eichendorff hat in seinem Gedicht allerding vieles ausgelassen, was wir heute an den deutschen MIttelgebirgen so sehr schätzen. Ihre Seen zum Beispiel, oftmals fantastische Badegewässer, darunter die Maare der Eifel als kleine Seen in uralten Vulkankratern, oder weitläufige Talsperren mit ihren Segelmöglichkeiten. Ihre Bäche, die nicht nur Trinkwasser auf Wanderungen liefern, sondern sehr oft die zartesten Forellen für Angler bereithalten. Die vielen Wasserfälle, in denen man sich im Sommer abkühlen oder seltene Pflanzen entdecken kann. Die Tropfsteinhöhlen einiger Gebirgszüge, die uns tief in die Vergangenheit entführen. Die zahllosen Hochsitze der Jagdreviere, auf denen auch Urlauber schöne Stunden verbringen können; die schönen Dorfplätze, auf denen man fast wie zu Eichendorffs Zeit nette Menschen trifft oder vor einem gemütlichen Gasthaus unter einer Schatten spendenden Linde sitzt. Die vielen Winter- und Schneefreuden der höheren MIttelgebirgslagen haben wir bereits angedeutet. Alles in allem: Wer die deutschen Mittelgebirge einmal im Urlaub kennen gelernt hat, den lassen sie nicht mehr los.

Sauerland Schneelandschaft bei Meschede - Foto: Nize Nicolai Schäfer/Wikipedia

Sauerland Schneelandschaft bei Meschede – Foto: Nize Nicolai Schäfer/Wikipedia

Das gilt für einsame Wanderer, es gilt für verliebte Paare, es gilt auch für Familien. Für Großstadtkinder sind die Sankenbach-Wasserfälle beim Schwarzwälder Kniebis mindestens so spannend wie eine türkische Wasserrutsche, jedenfalls mal zur Abwechslung. Den Spuren der Hexen auf dem Brocken im Harz zu folgen, wird ebenfalls ein Abenteuer sein. Und im Erzgebirge birgt das Seiffener Spielzeugmuseum fast alle Spiel-Schätze, von denen Kinderherzen träumen. Und dass auch für auslaufbedürftige Vierbeiner die sanften Hügellandschaften der deutschen Mittelgebirge genügend Betätigungsfeld widmen, das versteht sich wohl von selbst.

Vielleicht sind Sie ohnehein schon ein Freund der deutschen MIttelgebirge? Dann werden Sie unsere Aussagen bestätigen. Wenn nicht: Stellen Sie Deutschlands schönste Täler und Höhen doch einmal auf die Probe. Sie werden es nicht bereuen, das Gute liegt oft so nah.

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