Griechenland-Reisen bleiben attraktiv – so oder so

Mykonos Stadt - Foto: Bernard Gagnon/Wikipedia - Lizenz: GNU Free Documentation License, Version 1.2 or any later version

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Die griechische Regierung überlegt – oder plant – die Mehrwertsteuer für touristische Dienstleistungen zu erhöhen, von 6,5 auf 13 Prozent. Dies melden mehrere kompetente Medien. Ebenfalls wird berichtet, dass der Präsident des Verbandes griechischer Tourismus-Unternehmer für den Fall der Umsetzung dieses Planes den Niedergang des Fremdenverkehrs in Hellas erwarte. Für das Jammern haben wir durchaus Verständnis, das gehört zum Geschäft des Kaufmanns, besonders in Griechenland. Bleiben wir aber sachlich und sehen uns die Lage genauer an.

Der allgemeine FPA-Satz (Mehrwertsteuersatz) in Griechenland beträgt seit dem Jahre 2011 23 %, jedoch gilt in wesentlichen Bereichen ein ermäßigter Satz von 13 %. Für touristische Dienstleistungen wird aber bisher ein nochmals halbierter Satz von nur 6,5 % angewendet. Die griechischen Staatsfinanzen haben bekanntlich gewaltige Probleme, ein drittes Rettungspaket der EU für das Land – in Höhe von vermutlich 11 Mrd. Euro – ist in Vorbereitung. Kein Wunder, dass die griechische Regierung sich nach Einnahmequellen umschaut.

Und da kommt es gerade recht, dass der griechische Tourismus in einer Blüte steht wie kaum eine andere Branche im Land. Mit 23 Millionen Reisenden liegt der Zuwachs im Jahre 2014 bei rund 15 % gegenüber dem Vorjahr. Da kann eine Regierung schonmal auf die Idee kommen, dass eine derart expansive Branche wohl nicht (mehr) auf den niedrigsten von drei Mehrwertsteuer-Sätzen existenziell angewiesen ist.

Keine Frage: Eine Verdoppelung des FPA-Satzes würde auf die Preise der Tourismus-Branche durchschlagen; rein rechnerisch – wenn die Steuererhöhung 1 : 1 im Preis weitergegeben würde – würde eine Reise, die beim griechischen Anbieter bisher 700 Euro (einschl. derzeitige Mehrwertsteuer) kostet, um 42,54 € teurer (6,5 % auf den Nettopreis von 654,50 €). Ein spürbarer Betrag ist das schon, keine Frage.

Wird es also Urlauber geben, die im Falle der Steuerhöhung auf eine geplante Reise nach Griechenland verzichten werden? Vermutlich ja. Werden es sehr viele sein? Wir vermuten: nein. Denn viele Urlaubserlebnisse in Griechenland sind eigentlich preislos – wir denken da zum Beispiel an das Erlebnis der unglaublichen Inseln Santorin oder Mykonos, an die Küsten und Strände der weiten griechischen Ägäis (und des Ionischen Meeres), an Highlights wie die Akropolis oder den Berg Athos. Schon diese wenigen Beispiele zeigen: Griechenland ist einzigartig. Und einem Preisvergleich mit anderen Reisezielen wird Griechenland auch in Zukunft standhalten können.

In der schon erwähnten Mönchsrepublik Athos, also dem 336 qkm großen Bergareal 20 großer Klöster. wird übrigens die Mehrwertsteuer nicht erhöht – es gibt dort gar keine. Athos gehört zwar zu Griechenland, ist aber weitgehend autonom. Urlaubsreisenden hilft das jedoch wenig, denn Urlaub machen kann man auf dem Berg Athos nicht. Für einen längeren Aufenthalt müßte man schon Mönch werden wollen – und das in einem Gebiet ganz ohne Frauen, denn die haben keinen Zutritt nach Athos. Wer aber an den nahe gelegenen wunderbaren Stränden der Dreifinger-Halbinseln von Chalkidi Urlaub macht, sollte sich den Besuch des Athos-Berges und seiner Klöster (auf dem östlichsten der drei „Finger“) nicht entgehen lassen.

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