La Dolce Vita – machen Sie´s den Italienern nach, in Italien!

Der hotelkatalog24-Newsletter vom letzten Wochenende enthielt verschiedene Reiseideen für einen La-Dolce-Vita-Urlaub. Heute möchte wir – für alle Dolce-Vita-Interessenten – das Thema ein klein wenig vertiefen. (Sollten Sie unseren newsletter bisher noch nicht beziehen – hier können Sie ihn gern abonnieren:  40936.seu1.cleverreach.com/f/40936-101026/ ).

La Dolce Vita, „das süße Leben“, ist als Filmtitel zwar eine Erfindung von Federico Fellini für seinen berühmten Film aus dem Jahre 1960. Dieser Film hätte allerdings kaum so erfolgreich werden können, würde er nicht eine wesentliche Seite des „italian way of life“ zutreffend schildern. Italiener schweben oft über den Dingen; die schweren nehmen sie gern leicht, und die leichten nehmen sie manchmal schwer (deswegen werden in Italien soviele Blumentöpfe von Balkonen auf die Straße geworfen, überwiegend von Frauen – vermutlich eine wesentliche Grundlage für das Erblühen der italienischen Keramik-Industrie). Dieses süße mediterrane Leben wäre wohl nicht möglich ohne Italiens Geografie und Klima: Wärme und Lichtfülle prägen das Jahr. Wie sollte ein Nordnorweger bei Temperaturen um den Nullpunkt und wochenlanger Dämmerung temperamentvoll sein? Die Italiener sind es, und sie reichern ihr schon klimabedingt recht heißes Leben durch adäquate Erlebnisse an. In Deutschland würde man sagen: Wein, Weib und Gesang; in Italien nennt man es vino und belcanto. Das mittlere sujet haben wir weggelassen, weil wir dazu einen separaten Gastbeitrag von Silvio Berlusconi erwarten mit dem Titel „La Dolce Bunga“.

La Dolce Vita ist für Italiener eine individuelle Kombination aus Schönheit, Lässigkeit, bester Kleidung und Eleganz, Geschmack, Schwärmerei und Liebe selbstverständlich, diese bis hin zur Unterwürfigkeit und Geschmacklosigkeit, aber auch bis ins Erhabene. Es ist das gute Leben, Wohnen und Essen, der Café am Morgen, Pizza und Piazza am Abend, der Seitensprung zwischendurch. Und: Auch die Italiener – nicht nur die Touristen – wissen, dass Italien eines der schönsten europäischen Länder ist, sowohl an Naturschönheiten (von Südtirol bis zum Aetna) als auch an Kulturgütern (vom Ötzi bis Donnafugata). Sie sind stolz darauf und genießen es – auch das ist Teil ihres dolce vita. Selbst der vorige Papst fuhr zum Skilaufen in die Dolomiten – passenderweise ganz in Schneeweiß gekleidet, vermutlich. Das Leben ist kurz, das wissen auch die Italiener genau; und darum genießen sie es, sie übergießen es mit sehr viel Zucker, und so wird daraus das Süße Leben.

Als Reisender und Urlauber können wir uns von der italienischen „Leichtigkeit des Seins“ (so hätte vielleicht Milan Kundera „La Dolce Vita“ übersetzt) eine Scheibe abschneiden, ähnlich wie Stück für Stück von ihrer Mailänder Salami. Den Italienern ist das, na, wäre das zumindest ganz egal, ginge es nicht um ihre Einnahmen (schließlich muss auch und gerade ein süßes Leben finanziert werden). Und wir können vielleicht einen der Kernsätze des italienischen Süßen Lebens auf unser eigenes übertragen: Carpe diem, „pflücke (nutze) jeden Tag“. Oder auf titanisch: „Make every day count“.

Und damit kann man nicht früh genug anfangen; wer einmal im Leben Rom gesehen haben will, oder Florenz, oder Venedig, oder Mailand, oder Chioggia, oder Faenza, oder Ravenna und seine nahen Prachtstrände, oder oder oder – der sollte es bald tun, je früher um so besser – denn dann lockt noch die Wiederholung.

Eine der klügsten und einflussreichsten Familien in der italienischen Geschichte waren über viele Jahrhunderte die de´ Medici; ein Vergleich mit den deutschen von Weizsäckers wäre nicht ganz falsch, würde aber die Medici kolossal unterbewerten. Obwohl keiner der Medici, obwohl das auf Deutsch „Ärzte“ heißt, jemals Arzt war (außer vielleicht die allerersten um das 11. Jahrhundert herum), wussten sie genau, dass das Leben kurz ist. Die Medici waren Politiker, Schriftsteller und Förderer der Schönen Künste. Nur 43 Jahre alt war Lorenzo di Piero de‘ Medici, als er im Jahre 1492 starb, sechs Monate und sechs Tage vor der Entdeckung Amerikas. Für jene Zeit war das ein stattliches Lebensalter, mit 43 war man damals viel „älter“ als heute. Und von diesem Lorenzo de´ Medici, der nicht nur Herrscher über Florenz, sondern auch Dichter war, stammen die wohl schönsten Verse über das Heute und das Morgen:

„Quant’è bella giovinezza,
che si fugge tuttavia!
Chi vuol esser lieto, sia:
di doman non c’è certezza.“

Oder, in hotelkatalog24-eigener Übertragung:

Wie schön ist doch die Jugendzeit,
die uns doch entgleiten muss!
Willst du heute froh sein, tu´s:
das Morgen kennt keine Sicherheit.

Wenn Sie die Grabstätte des Mannes besuchen wollen, der diese Verse schrieb: Sie finden sie in der Basilica di San Lorenzo in Florenz, der Hauskirche der Medici, in der Neuen Sakristei der Medici-Kapelle.

Kirche San Lorenzo, Florenz

San Lorenzo mit der Medici-Kapelle (unter der Kuppel); (c) wikipedia / Richardfabi

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