Deutschland, deine Meere: Urlaub an der Nordsee

Schobuell vom Meer gesehen - Foto: Dirk Ingo Franke/Wikipedia 2016/ GNU Lizenz

Schobuell vom Meer gesehen – Foto: Dirk Ingo Franke/Wikipedia 2016/ This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Germany license.

Ist es nicht erstaunlich, dass einige der bemerkenswertesten deutschen Reiseziele an den äußersten Landesgrenzen liegen? Der nördlichste Punkt Deutschlands ist die unvergleichliche „Ellenbogen“-Dünenlandschaft am Nordende Sylts, an der Grenze zu Dänemark. Und die Zugspitze als anderer Urlaubs-Extrempunkt markiert ebenfalls eine Landesgrenze, die zu Österreich.

Wie dem auch sei: Urlaub an der Nordsee hat eine lange Tradition: Schon 100 Jahre vor der „Bikini-Zeit“ tauchten Männlein und Weiblein gerne in die klaren Meeresfluten ein, atmeten begeistert die gute Luft und genossen den Blick auf weite Horizonte und blauen Himmel. Als Nebenmeer des Atlantischen Ozeans hat die Nordsee einen Salzgehalt von rund 3,5 Prozent, der vom beständigen Westwind aufgenommen wird und als heilsames Aerosol in die Atemwege der Urlaubsgäste strömt. Damit ist Erholung an der gesamten Nordsee praktisch garantiert, denn atmen muss man schließlich überall – egal an welchem Teil der Küste oder auf welcher Insel man sein Urlaubsquartier hat. Bei  westlichen Winden (die hier vorherrschen) hat die Luft an der Nordseeküste seit mindestens 400 Kilometern keinen Schornstein und keinen Auspuff, kein Feld und keinen Wald mehr gesehen. Sie ist daher bei Westwind nahezu staub- und allergenfrei.

Ebbe und Flut haben die Landschaft der Nordseeküste und der ihrer Inseln stark geprägt und prägen jeden Nordseeurlaub mit: Die verfügbare Breite der Strände, die Bademöglichkeiten variieren mit den Hoch- und Niedrigwasserständen. Im Rhythmus von rund 6 1/4 Stunden wechseln steigendes und fallendes Wasser, also Ebbe und Flut, einander ab. Ohne die Gezeiten gäbe es kein Watt und keine Wattwanderungen. Auch ohne die vorgelagerten Inseln nicht. Erst die Kette der ost- und nordfriesischen Urlaubsinseln von Borkum bis Sylt ließen auf ihrer Landseite die einzigartige amphibische Landschaft entstehen, die wir Watt nennen, und die man in einem Nordsee-Urlaub unbedingt erkunden sollte. Das allerdings unter kundiger Führung, denn eine Wattwanderung ohne geprüften Führer ist mindestens so gefährlich wie eine anspruchsvolle Hochgebirgstour ohne Bergführer.

Die deutsche Nordseeküste ist nach üblicher Messmethode rund 1800 km lang. (Andere Messmethoden kommen auf andere Längen, denn Küstenlängenmessung ist nicht trivial – soll man jede noch so kleine Bucht mitberechnen oder nicht?). Die deutsche Ostseeküste misst nach gleicher Messmethode übrigens rund 1900 km Länge, also etwas mehr als die Nordseeküste; allerdings hat letztere wesentlich mehr Inselküsten zu bieten als die Ostsee, die bei der Festlands-Küstenlänge natürlich nicht mitzählen.

Fischerboote im Büsumer Hafen - Foto: Varus111 / Wikipedia

Fischerboote im Büsumer Hafen – Foto: Varus111 / Wikipedia 2016/ Lizenz

An gebotenen Kontrasten und Varianten für die Urlaubsgestaltung ist die deutsche Nordsee kaum zu überbieten: Große Städte (Paradebeispiel Hamburg) und niedliche Dörfer (Beispiel Bensersiel oder Varel) wechseln sich an der Küste ab. Die Grünlandküsten des Festlandes kontrastieren mit den  Sandstränden der Inseln, so beträgt die Sandstrandlänge Borkums zum Beispiel 26 km. Manche Orte wie Cuxhaven haben beides: Sandstrand in Duhnen und Grünstrand in Böse. Fischkuttern mit frischem Krabbenfang (wie in Büsum) stehen die Riesenschiffe gegenüber, die man in den großen Häfen bewundern kann. Herrliche Naturerlebnisse in Hülle und Fülle, aber bei Interesse auch viel hohe Kultur: Von der Kunsthalle in Emden über die Hamburger Elbphilharmonie bis zu so manchem Heimatmuseum (und mehr) in Nordfriesland.

Genießen Sie die deutsche Nordseeküste und ihre Inseln – eine Urlaubslandschaft für alle Fälle. Und genießen Sie die norddeutsche Küche, ihren Tee und ihre Schnäpse. Vielleicht schreiben wir für Sie über die beiden letzteren mal einen eigenen Blogartikel – lohnend ist die Beschäftigung mit beiden Getränken in jedem Fall.

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