Leuchtender Spätsommer (1): Der herrliche Gardasee am warmen Alpensüdrand

Malcesine/Gardasee Foto: BMK/Wikipedia

Malcesine/Gardasee Foto: BMK/Wikipedia

Dass der Gardasee ein Lieblings-Reiseziel aller Mitteleuropäer ist, kann einen wirklich nicht verwundern. Zugegeben: Er ist ein Drittel kleiner als der Bodensee – aber in Sachen Urlaubstauglichkeit steht er ihm nicht nach, im Gegenteil. Schon mit den Temperaturen fängt es an: Im September zeigen die Ufer um den Gardasee herum Thermometerwerte bis zu 24 Grad, im Oktober immer hin noch bis zu 18/19 Grad Celsius. Ein wunderbarer, goldener Herbst gefällig? Voilá – am Gardasee finden Sie ihn. Aber eines ist klar: Auch wenn wir heute über einen goldenen Herbsturlaub sprechen – im Frühjahr und sowieso im Sommer sind der Gardasee und seine tolle Landschaft drumherum selbstverständlich ebenso unwiderstehlich.

Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht verschweigen, dass – wenn man vom Spätjahr redet – zur gleichen Herbstzeit sogar mitten im Gebirge, 150 km weiter nördlich, ein goldener Herbst stattfindet. In Südtirol, der Region um Meran und Bozen herum, befindet man sich als Herbst-Urlauber zwar noch im Bereich der Hochalpen, aber an deren Südhang und in geschützter Gebirgslage. Auch dort gibt es hübsche Seen, den Kalterersee zum Beispiel, der im Italienischen völlig wiedersinnig Lago di Caldaro heißt (denn caldo bedeutet im Italienischen „warm“). Dennoch: Der Gardasee, gegen kühle Nordwinde durch die Berge geschützt, nach Süden hin zur warmen Po-Ebene geöffnet, kommt noch viel mediterraner daher als Südtirol – allen subtropischen Kakteen, die im Meraner Becken wachsen, zum Trotz.

Und erst recht der Gardasee mutet mediterran an: Zypressen, Oleander, Zedern, Olivenbäume und Palmen säumen viele Wege rund um den „Langensee“, wie er früher hieß. Dass es am Westufer den Ort Limone gibt, ist kein Zufall: Im warmen Klima gedeihen hier in sogenannten Orangerien („Limonaia“) Orangen und ZItronen. Goethe, der nicht nur ein großer Dichter, sondern auch ein großer Italienreisender war, sprach ja „vom Land, in dem die Zitronen blühen“. Und den Gardasee hat Gothe ohnehin besonders intensiv besucht, so intensiv, dass es für eine kurze Gefängnisstrafe reichte. Auch Agaven, Opuntien und Kaperngesträuche wachsen rund um den Gardasee herum – Augen und Nasen haben hier ein ganz besonderes Vergnügen.

Ein weniger großer Dichter als Goethe besuchte sehr viel später den Gardasee – es war der „Reiseschriftsteller“ Karl May, bekannt durch Winnetou und Old Shatterhand. Und May war damals durchaus nicht nur auf Wildwestgeschichten und Indianer-Romane festgelegt, schrieb feinsinnige Dramen und Gedichte. Er, der Dresdener, besuchte Sirmione und war so beeindruckt, dass er an den Ufern dieses Ortes die folgenden Verse über „Die Wellen des Gardasees“ schrieb, die als unvollendetes Gedicht in sein Oevre eingingen:

„So kommen wir, wie uns der Meister sendet,
Bewegt bei Tag, nie ruhend in der Nacht,
Es bleibt die Arbeit ewig unvollendet …“

Wir wissen nicht welche Gardasee-Orte außer Sirmione May noch fasziniert haben. Heute ist der See umringt von Zielen, die einen Urlaub oder einen Abstecher wert sind: Von Riva del Garda im Norden bis Sirmione im Süden, von Limone im Westen bis Lazise am Ostufer, von den Weiregionen Bardolino und Valpolicella am Südostufer ganz zu schweigen. Erkunden Sie den See, es lohnt sich! Sogar ein James-Bond-Film („Ein Quantum Trost“) wurde hier gedreht, die Gegend ist ja auch spannend genug …

Aber überzeugen Sie sich am besten selbst davon!

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