Mailand – von Milano bis Milano Marittima

Mailänder Modewoche - Foto: br1dotcom/Wikipedia

Mailänder Modewoche – Foto: br1dotcom/Wikipedia

Mailand ist nicht nur die dynamischste Stadt Italiens (die ehrwürdigste ist Rom, die „blühendste“ Florenz), sondern auch eine Kulturmetropole. Der Mailänder Dom und die Mailänder Scala, eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt, sind jedem Kulturfreund bekannt. Egal ob Sie wegen der herrlichen alten Bauten nach Mailand reisen, wegen der Musik oder wegen der vorzüglichen Mailänder Küche – Sie werden nicht enttäuscht.

Außerdem gehört Mailand zu den wichtigen Parfüm- und Modestädten der Erde. Versace, Prada, Dolce & Gabbana und andere Marken sind in Mailand zu Hause, die Mailänder Modemesse ist 4x jährlich ein Mittelpunkt der Modewelt. Italienisches Design gestaltet allerorten die Welt und ihre Produkte – der Sinn der italienischen Designer für die richtigen Formen und Linien ist ebenso ausgeprägt wie der Sinn seiner Komponisten für die Linien und Formen der Musik. Dazu nennen wir als Beispiele nur Giuseppe Verdi, der in der Mailänder Scala seine größten Opernerfolge feierte, und Giacomo Puccini. Die Linien und Formen vieler VW Golf-Modelle, vieler Nikon Kameras und anderer wunderschöner Industriegüter stammen ebenfalls aus der Region – zugegeben nicht aus Mailand, sondern aus dem nahen Turin, wo Giorgio Giugiaro sie gestaltet hat.

Kein Wunder, dass Mailand in diesem Jahr zum wiederholten Male die Weltausstellung ausrichtet (siehe dazu unseren speziellen Blogartikel). Und ebenfalls kein Wunder, das sich in Mailand und Umgebung eine wohlhabende Bürgerschicht entwickelte, die gelegentlich das Weite suchte, einige naturnahe und erholsame Tage verbringen wollte. Sie erfand das Uferstädtchen Milano Marittima („Mailand am Meer“), einen Ortsteil des Adria-Badeortes Cervia, mehr als 300 km km von Mailand entfernt. Aber man hatte ja Geld, also Zeit zum Reisen.

Wie originell die Erfindung Milano Marittimas war, weiß man nicht mit Sicherheit – denn die Gründung der „Società Milano Marittima per lo sviluppo della spiaggia di Cervia“ (Gesellschaft Milano Marittima zur Entwicklung des Strandes von Cervia) fiel in die Zeit der Gartenstadt-Idee, die aus England kam, von Ebenezer Howard. Gartenstädte waren also „in“. Für eine Mailänder Gartenstadt liegt natürlich Milano Marittima schon ein wenig abseits, und das ist dann doch irgendwie originell, denn die Gartenstädte, die sich Howard vorstellte, sollten im direkten Umfeld der jeweiligen City liegen. Wie auch immer: Der Weg von Milano nach Milano Marittima führt an vielen anderen Schichten und Geschichten der italienischen Geschichte und Kulturgeschichte vorbei: Städte wie Piacenza, Cremona, Parma, Modena, Bologna, Imola, Faenza und Ravenna liegen am Weg oder nahe daran.

Zurück zu Mailand: Kaum eine europäische Großstadt hat eine schönere landschaftliche Umgebung. Der Lago Maggiore, der Comer See und viele andere landschaftliche Schönheiten liegen im Umkreis einer runden Autostunde. Gönnen Sie sich Milano!

 

 

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